Helene Rucker (2019) In: journal für begabtenförderung 2/2018. Innsbruck-Wien-Bozen: Studienverlag, S. 7–14.
Die Verfasserin war Bildungsmanagerin und Bundeslandkoordinatorin für Begabungs- und Begabtenförderung an der PH-Steiermark und ist derzeit Lektorin an Pädagogischen Hochschulen und an der Universität Graz mit den Schwerpunkten: Talent- und Persönlichkeitsentwicklung. In den genannten Funktionen sammelte sie viel Erfahrung im Zuge von Beratungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Aus diesem Erfahrungsschatz und aus der Biografieforschung entwickelten sich die im folgenden Beitrag beschriebenen Zusammenhänge zwischen Biografien und Begabungsentwicklung. 

Der Artikel berichtet über die Einflüsse von Biografien auf die Entwicklung von Begabung und Persönlichkeit eines Menschen, wobei es einleitend um die Biografieforschung im Allgemeinen sowie im Speziellen geht. Besondere Aufschlüsse ergeben sich aus dem Einfluss des jeweiligen Familienklimas, aufgezeigt auf der Grundlage eines Fragebogeninstruments, sowie aus dem Zusammenhang zwischen den Persönlichkeitsfaktoren (z.B. „Big Five“) und der Begabungsentfaltung. Außerdem folgen Hinweise auf die Säulen des Selbstwertgefühls und auf einen Test zur Stärkenerhebung (z.B. „Values in ActionTest“). Als besondere Anregung zum Weiterforschen und Weiterlesen werden die theoretischen Fakten mit Beispielen aus aktuellen Biografien interessanter Persönlichkeiten belegt (siehe ausführliche Literaturliste und Weblinks).

Mit diesem Beitrag werden in erster Linie Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern und andere Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen angesprochen, die sich über die Zusammenhänge zwischen den persönlichen Erlebnissen der Schülerinnen und Schüler und deren Begabungsentwicklung informieren wollen. Der Artikel bringt aber auch jenen Erwachsenen aufschlussreiche Einblicke, die erst im Laufe ihres Erwachsenenlebens bzw. gegen Ende ihres Lebens ihre Talente entdecken. Durch die anschaulichen Beispiele aus fremden Biografien lassen sich Rückschlüsse auf die eigenen Stärken ziehen. Diese Erkenntnisse können zu einer Neuorientierung im weiteren Leben führen. Zu empfehlen ist weiters die Lektüre aller im oben zitierten Journal für Begabtenförderung genannten Beiträge zum Thema „Biografische Einflüsse auf die Begabungsentwicklung“.